Sonntag, 7. Mai 2017

Seit Mitte Januar studiere ich nun an der Indiana University of Pennsylvania in den USA. Mittlerweile habe ich das Land etwas kennengelernt und möchte meine ersten Erlebnisse und Eindrücke hier mit euch teilen.

Die Uni
Das System der Amerikanischen Universitäten gleicht dem Deutschen Schulsystem. Es herrscht in jeder Vorlesung Anwesenheitspflicht und ich bin täglich ein paar Stunden mit Hausaufgaben, Gruppenarbeiten, vorzubereitenden Präsentationen und Online-Quizzes beschäftigt die bis zu einer bestimmten Deadline eingereicht werden müssen. Der Arbeitsaufwand ist zwar deutlich höher als in Deutschland, dafür ist der Anspruch etwas geringer. Sprich, wenn man den geforderten Aufwand erbringt, kriegt man auch seine guten Noten. In Deutschland habe ich die Erfahrung gemacht, dass man ein Skript mit mehreren hundert Seiten auch einfach mal auswendig lernen muss - sonst gibts halt keine eins. Das Amerikanische System liegt mir persönlich jedenfalls besser als das Deutsche System und auch meine Noten sind hier besser. Die Klassen sind kleiner und die Professoren können die Studenten bereits nach der zweiten Stunde beim Vornamen nennen. Ein Nachteil sind allerdings die hohen Studiengebühren und die Kosten für die Lehrbücher, die man sich hier leider nicht leihen kann sondern teuer einkaufen muss. Im Frühling habe ich vier Fächer belegt, im Sommer folgt ein Onlinekurs und fünf weitere Fächer kommen im Herbst. Mein Schnitt liegt nach dem ersten von zwei Semestern bei 1,0.



Reisen
Im März werden die Studenten jedes Jahr eine Woche lang von Vorlesungen befreit. Diese Springbreak Pause habe ich mit drei Freunden genutzt um nach Florida zu fliegen, wo wir uns drei Tage lang Miami und 6 Tage lang Daytona Beach angeschaut haben. In Daytona fand zu dieser Zeit auch die berühmte Bikerwoche statt, zu der sich jedes Jahr hunderttausende Motorradfahrer versammeln. Außerdem haben wir einen Ausflug zu den Everglades unternommen, wo wir eine Führung auf einem Sumpfboot mitgemacht haben - Alligatoren anschauen inklusive. In Miami haben wir im berühmten Künstlerviertel Wynwood übernachtet wo jede Straßenecke mit aufwendigen Graffitis verziert ist. Während den drei Tagen haben wir Miami Beach sowie den Ocean Drive besichtigt und ein NBA Spiel der Miami Heats besucht.






Meine Lieblingsstadt in den USA ist bisher allerdings Chicago. Anfang April haben wir einen Wochenendtrip dorthin gemacht um den Geburtstag von einem Freund zu feiern. 9 Stunden Autofahrt pro Strecke haben sich gelohnt - Die Stadt ist der Wahnsinn. Tagsüber sind wir durch die Stadt gelaufen und haben wir uns die Sehenswürdigkeiten angeschaut, wobei wir laut Rénés Apple Watch pro Tag über 15 Kilometer zurückgelegt haben. Abends haben wir uns in eine Bar gesetzt oder sind feiern gegangen. Ich habe die Stadt jedenfalls mit zahlreichen schönen Erinnerungen und einigen spektakulären Fotos verlassen.





Im letzten Aprilwochenende haben wir außerdem einen Roadtrip nach Toronto, Kanada gemacht - mit Zwischenstop an den Niagarafällen.
Wir mieten für derartige Wochenendtrips gerne Wohnungen über AirBnB an, da Airbnb private Unterkünfte in allen Lagen und Preisklassen anbietet. Bisher hatten wir damit auch stets gute Erfahrungen gemacht. Als wir jedoch in unserem Airbnb in Toronto eintrafen, mussten wir feststellen dass sich unsere Unterkunft in einem Keller befand, mit einer maximalen Deckenhöhe von 1,85 Metern. Wir verbrachten demnach nicht viel Zeit in unserer “Hobbithöhle” sondern nutzen das Wochenende um uns alle Ecken von Toronto anzuschauen. Samstags waren wir außerdem auf den Toronto Islands, von denen man einen tollen Ausblick auf die Skyline der Stadt hat.











Da ich mir im März gemeinsam mit meinem Mitbewohner Florian ein eigenes Auto angeschafft habe (Chevrolet Blazer), werden in den kommenden Monaten noch einige Trips in die umliegenden Großstädte folgen. Am 17. Mai schaue ich mir ein Baseballspiel in Pittsburgh an, Mitte Juni nehme ich am “Colorrun” in Philadelphia teil. Da läuft man 5 Kilometer und wird von den Zuschauern mit Farbe beschmissen. Washington DC werde ich mir mit Sicherheit noch anschauen und ich habe vor kurzem einen Brief an Großtante Karin nach Manhatten verschickt, da ich natürlich auch New York City gerne noch sehen möchte. Einige meiner Freunde und Kommilitonen fliegen im Sommer außerdem an die Westküste nach Kalifornien, da hat mein Geldbeutel allerdings nicht mehr mitgespielt. Faszinierend finde ich auch die “Amish People”, von denen es sehr viele hier in Pennsylvania gibt. Diese leben im Norden der USA und in Kanada in kleinen Dörfern und lehnen Elektrizität und Technologie weitestgehend ab. Die Amish people laufen einem hier hin und wieder über den Weg - manchmal auch mit Kutsche auf dem Highway. Manche dieser Dörfer kann man wohl auch besichtigen, was ich im Sommer in Angriff nehmen werde.


Die Kultur
Obwohl die zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der US Amerikanischen und der Deutschen Kultur gibt, sind mir doch einige Unterschiede aufgefallen. Zunächst nörgeln die Amis nicht so viel wie die Deutschen. Den Deutschen sagt man ja ein eher “kaltes Wesen” nach, die Amerikaner haben da eine etwas offenere Lebenseinstellung. Das merkt man insbesondere daran, dass man auch mit Fremden viel schneller in eine Konversationen gerät. Man lernt die Leute außerdem direkt beim Vornamen kennen - nicht nur Studenten, sondern auch Busfahrer, Kassierer oder Professoren.
Und dann ist da das Essen. Die Portionen sind größer, alles hat mehr Zucker und Fett. An jeder Ecke gibts Fastfood und wenn man nicht aufpasst, legt man hier ganz schnell ordentlich an Gewicht zu. Dazu sind die Lebenshaltungskosten höher, vor allem die Preise von Obst und Gemüse sind nicht mit denen aus Deutschland zu vergleichen. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt mein Essen für die Woche vorzukochen und Portionen mit in die Uni zu nehmen.

Ich habe ab nächster Woche Sommerferien und werde die nächsten Monate ab und an hier was von mir hören lassen. Bis dahin,

Euer Daniel

Kommentare:

  1. Hi, da hat man für den Beginn ja schon eine ganze Menge zu lesen. Hast Du gut geschrieben!
    LG Mama

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  2. Klingt als hättest du viel Spaß. Wir freuen uns schon auf deinen nexten Post.
    Uwe, Elke und Swanni

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  3. Großartig!!!!
    Danke für die Einladung zu Deinem Blog. Es ist spannend Deine Berichte zu lesen. Wenn man schon nicht selber dort sein kann, so hat man wenigstens das Gefühl dabei zu sein. Ich wünsche Dir eine großartige Zeit in den Staaten und freue mich auf die nächsten Erlebnisse.
    Gruß Michael

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